Das EUIPO veröffentlicht über die Europäische Beobachtungsstelle für Verletzungen von Rechten des geistigen Eigentums und in Zusammenarbeit mit der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) Studien und Forschungsarbeiten über den weltweiten Handel mit gefälschten und unerlaubt hergestellten Waren durch. Darin werden die Folgen für die Wirtschaft sowie das Ausmaß analysiert, in dem der internationale Handel von diesem Phänomen betroffen ist.

Das hauptsächliche Ziel dieser Studienreihe besteht insbesondere darin, den Wert und Umfang des Handels mit gefälschten und unerlaubt hergestellten materiellen Waren sowie die diesbezüglichen Trends quantitativ zu bewerten.

Nach der Veröffentlichung der jüngsten Studie in der Reihe („Entwicklungen im Handel mit gefälschten und unerlaubt hergestellten Waren“, 2019) war der Handel mit gefälschten Arzneimitteln Gegenstand der Untersuchung.

Gefälschte Pharmazeutika gefährden nicht nur die Gesundheit, sondern können lebensgefährlich sein. Gelangen sie, wie es oft der Fall ist, per Internetbestellung und als Päckchen in die EU, erschwert dies die Arbeit der Strafverfolgungsbehörden. Die Bekämpfung dieses Problems erfordert eine noch stärkere Koordinierung auf nationaler und EU-Ebene, aber auch Maßnahmen im globalen Maßstab.

Christian Archambeau, Exekutivdirektor des EUIPO

  

Die wichtigsten Ergebnisse

  • Der Gesamtwert gefälschter, weltweit gehandelter Pharmazeutika wird auf bis zu 4,03 Mrd. EUR (4,4 Mrd. USD) geschätzt.
     
  • Die in der Studie analysierten Daten über Zollbeschlagnahmen im Zeitraum 2014-2016 zeigen, dass Antibiotika, Lifestyle-Medikamente und Schmerzmittel besonders fälschungsgefährdet waren.
     
  • Begünstigt wird der Handel mit gefälschten Medikamenten dadurch, dass diese zunehmend in kleinen Päckchen oder Briefen versandt werden, was den Zollbehörden die Aufdeckung erschwert. Im Zeitraum 2014-2016 entfielen 96 % aller Beschlagnahmen von gefälschten Pharmazeutika auf Post- und Paketdienstzustellungen.
     
  • Weltweit sind Indien und China die größten Hersteller gefälschter Pharmazeutika, wobei Singapur und Hongkong die wichtigsten Transitpunkte in der Lieferkette für gefälschte Medikamente zu sein scheinen.
     
  • Der Bericht stützt sich auf eine erhebliche Teilmenge von Daten aus fast einer halben Million Zollbeschlagnahmen internationaler Durchsetzungsbehörden, darunter die Weltzollorganisation, die Generaldirektion Steuern und Zollunion der Europäischen Kommission und das United States Department of Homeland Security (Ministerium für Innere Sicherheit der Vereinigten Staaten). Die Datensätze enthalten Informationen, die von Zollbediensteten erfasst und verarbeitet wurden.
     
  • Der Bericht enthält auch Daten aus dem Counterfeiting Incident System (CIS) des Pharmaceutical Security Institute (PSI). Das CIS ist eine Datenbank mit Angaben zu den von Mitgliedsunternehmen des PSI gemeldeten Fällen der betrügerischen Arzneimittelherstellung, -falschetikettierung und -verpackungsfälschung. Darüber hinaus stützt sich die Studie unter anderem auf Forschungsarbeiten der Weltgesundheitsorganisation.
 
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