KMU-Barometer zum Themageistiges Eigentum

KMU-Barometer

KMU benötigen Unterstützung, um das System des geistigen Eigentums zu verstehen und Antworten auf eine Vielzahl von Fragen zu erhalten: wo sie Finanzmittel erhalten können, wie sie die am besten geeigneten und zugänglichsten Rechte einfacher eintragen lassen können, wie sie andere Instrumente wie Domain-Namen nutzen oder wie sie mit Geschäftsgeheimnissen umgehen sollten. Nicht zuletzt benötigen sie auch Hilfe, wenn es darum geht, Verletzungen von Rechten des geistigen Eigentums zu bekämpfen.

Christian Archambeau, Exekutivdirektor des EUIPO

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bilden das Rückgrat der Wirtschaft der EU. Auf KMU entfallen zwei von drei Arbeitsplätzen und 57 % der Wertschöpfung in der EU. Es wird jedoch geschätzt, dass nur etwa 30 bis 60 % der KMU länger als fünf Jahre aktiv sind. Um die Wirtschaft der EU zu fördern, müssen KMU bei der Überbrückung dieser Zeit unterstützt werden. Hier kommen Innovationen ins Spiel, da sie einer der Hauptgründe für das Überleben und Wachstum von Unternehmen sind.

Innovationen ermöglichen es kleinen Unternehmen, stabiler zu werden, zu wachsen und mehr Mitarbeiter zu beschäftigen, was letztendlich zu einer größeren und stärkeren Wirtschaftsleistung der EU führt. Geistiges Eigentum spielt eine entscheidende Rolle bei der Förderung von Innovationen, da es denjenigen, die Zeit, Mühe und Geld in Innovationen investieren, einen Mechanismus zum Schutz und zur optimalen Nutzung derselben bietet.

Vor diesem Hintergrund hat das EUIPO die Berichtsreihe „KMU-Barometer zum Thema geistiges Eigentum“ herausgegeben, um aufzuzeigen, warum KMU Rechte des geistigen Eigentums eintragen bzw. nicht eintragen lassen, und mit welchen Problemen sie dabei konfrontiert sind. Diese Berichte stellen eine aktuelle und relevante Datengrundlage für die Politik dar, die in die Ausgestaltung politischer Maßnahmen zur Unterstützung von KMU einfließen kann.

 

 

 

KMU-Barometer 2019 zum Thema geistiges Eigentum

Die wichtigsten Erkenntnisse

54 % der Inhaber von Rechten des geistigen Eigentums gaben an, dass die Eintragung positive Auswirkungen hatte. Die wichtigsten festgestellten Auswirkungen waren die Verbesserung des Ansehens (52 %), des Umsatzes (39 %) und der Fähigkeit, neue Märkte zu erschließen (37 %).

Bei KMU, die keine eingetragenen Rechte geistigen Eigentums eintragen ließen, war der Hauptgrund für die Nicht-Eintragung mangelndes Wissen darüber, was geistiges Eigentum ist und welche Vorteile es hat. Der Anteil der KMU, die diesen Grund angaben, ist von 25 % im Jahr 2016 auf 38 % im Jahr 2019 gestiegen.

Lediglich 25 % der mittelgroßen Inhaber von Rechten geistigen Eigentums haben ihre immateriellen Vermögenswerte professionell bewertet; sowohl bei kleinen als auch bei Kleinstunternehmen waren es sogar nur 20 %.

Obwohl der Zugang zu Finanzmitteln eines der größten Probleme für KMU ist, haben nur 13 % der Inhaber versucht, sich mit ihren immateriellen Vermögenswerten eine Finanzierung zu sichern.


 

Wer steckt hinter der Studie?

Der Bericht wurde vom Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) bei KPMG Spanien in Auftrag gegeben.

Methodik

Im Rahmen der Erhebung wurden KMU in den 28 Mitgliedstaaten der EU befragt.

 
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KMU-Barometer 2016 zum Thema geistiges Eigentum

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Die Mehrheit der KMU, die ein Recht des geistigen Eigentums eingetragen haben, waren der Meinung, dass dies entweder „sehr positive" (13 %) oder „positive" (47 %) Auswirkungen auf ihre Geschäftstätigkeit hatte. 36 % der Unternehmen sahen darin keine Auswirkungen.
  • Geschützt werden vor allem Internet-Domänennamen und vertrauliche Daten (Geschäftsgeheimnisse); Marken, insbesondere nationale Marken, folgen an dritter Stelle.
  • Die wichtigsten Beweggründe von KMU für die Eintragung von Rechten des geistigen Eigentums sind die Vermeidung von Nachahmungen, die Erzielung größerer Rechtssicherheit, die Steigerung des Unternehmenswerts sowie ein besseres Image.
  • Als wichtigste Argumente gegen eine Eintragung von Rechten des geistigen Eigentums führen KMU an, dass sie ihre geistigen Vermögenswerte für nicht innovativ genug halten, dass es ihnen an entsprechenden Kenntnissen mangelt und dass sie entweder keinen Nutzen in der Eintragung sehen oder die dafür erforderlichen Bedingungen nicht erfüllen.
  • Insgesamt sind 31 % der KMU, die Rechte des geistigen Eigentums nutzen, von Verletzungen dieser Rechte betroffen, wobei die negativen Folgen für Kleinstunternehmen schwerwiegender sind als für größere KMU.
  • 12 % der KMU, deren Rechte des geistigen Eigentums verletzt werden, gehen nicht dagegen vor; 43 % entscheiden sich für bilaterale Verhandlungen und 33 % strengen Gerichtsverfahren an.
  • KMU, die keine Maßnahmen zum Schutz ihrer Innovationen ergreifen, gaben bei einer Befragung über den fehlenden rechtlichen Schutz dafür vor allem drei Gründe an:
    • mangelnde entsprechende Kenntnisse/fehlende Informationen;
    • komplexe und kostenintensive Eintragungsverfahren; und
    • komplexe und kostenintensive Gerichtsverfahren bei Verletzungen von Rechten des geistigen Eigentums.

 

Von wem wurde die Studie durchgeführt?

Der Bericht wurde im Auftrag des EUIPO von der Europäischen Beobachtungsstelle für Verletzungen von Rechten des geistigen Eigentums erstellt, und die Untersuchungen wurden von dem auf die Auswertung der öffentlichen Meinung spezialisierten Marktforschungsunternehmen GfK durchgeführt.

Methodik

Im Rahmen der Feldforschung wurden in 28 Mitgliedstaaten zwischen Juni und September 2015 insgesamt 8 970 telefonische Befragungen durchgeführt. Alternativ konnten die KMU den Fragenkatalog auch online beantworten.

Mit dem verwendeten Stichprobenverfahren sollte sichergestellt werden, dass sowohl eine ausreichende Zahl von KMU mit eingetragenen Rechten des geistigen Eigentums als auch von KMU ohne derartige Rechte befragt wurde. Ferner sollte eine Verteilung der Befragungen auf Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branchen gewährleistet werden. Mithilfe der ORBIS-Datenbank wurde eine Stichprobe von KMU ausgewählt und mit den Datenbanken des EUIPO und des EPA zu Unternehmen mit eingetragenen Rechten des geistigen Eigentums abgeglichen, um so unmittelbar Unternehmen mit bzw. ohne Nutzung von Rechten des geistigen Eigentums zu ermitteln. Diese Vorgehensweise erlaubte die konkrete Ausrichtung auf Unternehmen unterschiedlicher Größe mit unterschiedlicher Nutzung von Rechten des geistigen Eigentums. Dadurch konnte in der Analyse eine höhere Stichprobengröße von KMU mit einem eingetragenen Recht des geistigen Eigentums berücksichtigt werden, als dies normalerweise beim allgemeinen KMU-Bestand der Fall ist.

 
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