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Juni 12, 2019 Nachrichten

Neuer Bericht von Europol und EUIPO über die Bewertung der Bedrohungslage bestätigt den Zusammenhang zwischen Straftaten im Bereich des geistigen Eigentums und organisierter Kriminalität in der EU


Neuer Bericht von Europol und EUIPO über die Bewertung der Bedrohungslage

Die meisten kriminellen Aktivitäten im Zusammenhang mit Fälschungen gehen auf zunehmend professionell agierende organisierte kriminelle Netzwerke zurück, die bei niedrigen Risiken große Gewinne erzielen können.

Dabei handelt es sich laut der ersten EU-weiten Bewertung der Bedrohungslage im Bereich Straftaten gegen geistiges Eigentum, die von Europol und dem EUIPO vorgenommen und am 12. Juni 2019 während des Internationalen Forums zur Durchsetzung von Rechten des geistigen Eigentums in Paris veröffentlicht wurde, um eine vorausschauende strategische Analyse, die sich auf die beiden vorangegangenen gemeinsamen Lageberichte zu Fälschungen und Markenpiraterie stützt. 

Der Bericht veranschaulicht zudem, dass zwar die meisten auf dem EU-Markt vertriebenen Fälschungen außerhalb Europas produziert werden, aber eine steigende Tendenz bei der Herstellung solcher Waren in Europa zu beobachten ist.

Die Bewertung der Bedrohungslage wurde auf Grundlage EU-weiter Daten und strategischer Informationsanalysen vorgenommen. Sie verdeutlicht, dass neben den traditionellen Kategorien von gefälschten Waren, wie Kleidung, Schuhwaren und Luxusgütern, zunehmend gefälschte Erzeugnisse gehandelt werden, die eine potenzielle Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellen. So scheint beispielsweise der Handel mit gefälschten Arzneimitteln zur Behandlung schwerer Krankheiten zuzunehmen.

Darüber hinaus werden gefälschte Waren vermehrt in kleinen Post- und Kuriersendungen verschickt, was den Durchsetzungsbehörden die Entdeckung erschwert.

Der Bewertung der Bedrohungslage zufolge werden illegale digitale Inhalte online weiterhin über BitTorrent-Portale und Peer-to-Peer-Netzwerke, aber in immer umfangreicheren Maße auch über Cyberlocker verbreitet. Die Eigentümer dieser Plattformen erzielen Gewinne durch digitale Werbung, die häufig Mainstream-Anzeigen von großen Marken umfasst.

Diese Bewertung der Bedrohungslage sollte in den nächsten EU-Politikzyklus zur organisierten und schweren internationalen Kriminalität für den Zeitraum 2022-2025 einfließen. Die Mitgliedstaaten werden erneut ersucht, die Aufnahme der Bekämpfung von Straftaten im Bereich des geistigen Eigentums als eine vorrangige Maßnahme in den nächsten Mehrjährigen Strategieplan zu erwägen.

Der Bericht kann hier abgerufen werden.