Die Europäische Beobachtungsstelle für Verletzungen von Rechten des geistigen Eigentums und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) führen eine Reihe von Studien über den weltweiten Handel mit nachgeahmten und unerlaubt hergestellten Waren durch. Darin werden die Folgen für die Wirtschaft sowie das Ausmaß analysiert, in dem der internationale Handel von diesem Phänomen betroffen ist. Das hauptsächliche Ziel dieser Studie besteht insbesondere darin, den Wert und Umfang des Handels mit nachgeahmten und unerlaubt hergestellten materiellen Waren sowie die diesbezüglichen Trends quantitativ zu bewerten.

Der Schwerpunkt dieser Studien liegt vornehmlich auf der Verletzung von Urheberrechten, Marken, Geschmacksmusterrechten und Patenten. Nicht greifbare Verletzungen wie Online-Piraterie und Verletzungen anderer Rechte des geistigen Eigentums bleiben jedoch unberücksichtigt.

Die Berichte bauen auf einer 2008 veröffentlichten Studie der OECD über die wirtschaftlichen Folgen von Produkt- und Markenpiraterie auf, entwickelt diese weiter und vervollständigt sie. 

Diese Arbeiten zeigen, in welcher Breite und Tiefe internationale Handelsrouten bei nachgeahmten und unerlaubt hergestellten Waren auf der ganzen Welt bestehen. Unsere früheren Studien haben deutlich gemacht, dass praktisch jedes Produkt bzw. jede Marke nachgeahmt werden kann. Dieser Bericht beleuchtet die Wege, auf denen gefälschte Waren von einem Ende der Welt zum anderen transportiert werden können.

António Campinos, Exekutivdirektor des EUIPO

 

Folgen und Ausmaß des Phänomens

Die Handelsrouten für nachgeahmte und unerlaubt hergestellte Waren erstrecken sich über den gesamten Globus, sie verlaufen über verschiedene internationale Transitpunkte und nutzen bisweilen unterschiedliche Transportmittel. Die zehn im Bericht untersuchten Branchen machen weltweit mehr als die Hälfte des gesamten geschätzten Handels mit gefälschten Waren und ein Handelsvolumen von mehr als 208 Mrd. EUR aus. Diese von gefälschten Waren betroffenen Wirtschaftszweige sind: Lebensmittel, pharmazeutische Erzeugnisse, Parfümeriewaren und Kosmetika, Lederwaren und Taschen, Bekleidungsstücke und Stoffe, Schuhwaren, Juwelierwaren, elektronische und elektrische Geräte, optische, fotografische und medizinische Geräte sowie Spielwaren, Spiele und Sportgeräte. 

 

Die wichtigsten Ergebnisse

  • Schmuggler von nachgeahmten Waren nutzen Hong Kong, die Vereinigten Arabischen Emirate und Singapur als ihre zentralen Handelsdrehkreuze und importieren Containerladungen gefälschter Waren, die dann über unterschiedliche Transportmittel, u. a. per Post oder Kurierdienst, weiterbefördert werden.

  • Dem Bericht zufolge bilden verschiedene Orte im Nahen Osten – einschließlich der Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabiens und des Jemens – Haupttransitpunkte für die Versendung gefälschter Waren nach Afrika.

  • Zusätzlich werden vier Transitpunkte – Albanien, Ägypten, Marokko und die Ukraine – genutzt, damit gefälschte Waren in die Europäische Union gelangen; Panama hingegen fungiert als wichtiger Transitpunkt für nachgeahmte Waren auf dem Weg in die Vereinigten Staaten.

  • Etwa drei Viertel der nachgeahmten Waren werden auf dem Seeweg transportiert, wobei sich zunehmend Kurierdienste und die reguläre Post als übliche Wege zur Verbringung kleinerer nachgeahmter Artikel herauskristallisieren. Im Jahr 2013 entfielen 43 % aller Beförderungen von gefälschten Waren auf Sendungen mit weniger als zehn Artikeln.

  • Bei neun von zehn im Bericht untersuchten Wirtschaftszweige ist China das wichtigste Herkunftsland der Waren. Einige asiatische Volkswirtschaften – wie Indien, Thailand, die Türkei, Malaysia, Pakistan und Vietnam – sind in vielen Branchen wichtige Hersteller von Fälschungen, spielen jedoch eine wesentlich geringere Rolle als China. Außerdem ist die Türkei offenbar ein wichtiger Hersteller von gefälschten Waren in bestimmten Bereichen – wie Lederwaren, Lebensmittel und Kosmetika; diese Waren werden dann auf dem Landweg in die EU befördert.

 
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