Wir begegnen geistigem Eigentum überall im Alltag. Aber wie reagieren die Bürgerinnen und Bürger in einer zunehmend digitalen und vernetzten Welt darauf? Inwieweit und in welcher Form werden Rechte des geistigen Eigentums geachtet? Das EUIPO verfolgt dies durch eine Reihe umfassender und detaillierter Umfragen, die in regelmäßigen Abständen veröffentlicht werden und zusammengenommen ein vollständiges Bild davon vermitteln, wie sich die Wahrnehmung von Rechten des geistigen Eigentums durch die Menschen in der EU entwickelt.

Wahrnehmung des geistigen Eigentums

Wenn mehr Menschen ein Verständnis davon haben, was geistiges Eigentum ist, sinkt auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie Rechte des geistigen Eigentums verletzen. Europäer erklären nun doppelt so häufig wie vor drei Jahren, dass geistiges Eigentum Künstler und Kulturschaffende unterstützt. Dies zeigt, wie wichtig es ist, das Bewusstsein für den Wert des geistigen Eigentums auf Bürgerebene zu schärfen.

Christian Archambeau, Exekutivdirektor, EUIPO

Studie 2020

Es wurden 25 636 Gespräche mit in der EU ansässigen Personen ab 15 Jahren geführt. Um vergleichbare Ergebnisse zu erzielen, entsprach der Fragebogen weitgehend dem in der vorherigen Umfrage (2017) verwendeten. Die am Fragebogen vorgenommenen Veränderungen zielten darauf ab, den Zusammenhang zwischen Wahrnehmung und Verhalten genauer zu erkunden.

Allgemeine Wahrnehmungen:

  • Besseres Verständnis geistigen Eigentums (subjektive Verständnis) verringert die Wahrscheinlichkeit von Verletzungen.
  • 100 % mehr Personen (Anstieg von 10 % 2017 auf 20 % 2020) sind der Ansicht, dass geistiges Eigentum Künstler und Kulturschaffende unterstützt.
  • Es wurden weniger Verletzungen von Rechten des geistigen Eigentums festgestellt, sowohl in Bezug auf den wissentlichen Erwerb von Fälschungen (Rückgang von 7 % 2017 auf 5 % 2020) als auch auf vorsätzliche Produktpiraterie (Rückgang von 10 % 2017 auf 8 % 2020).
  • Die Wahrscheinlichkeit des Erwerbs von Fälschungen und/oder des Zugriffs auf raubkopiertes Material ist bei jungen Menschen größer. Zugleich nutzen junge Menschen das Internet von allen befragten Gruppen am intensivsten.

Fälschungen:

  • Im Jahr 2020 wurde bei denjenigen, die durch Irreführung zum Kauf gefälschter Waren verleitet wurden, ein Rückgang um einen Prozentpunkt von 10 % im Jahr 2017 auf 9 % verzeichnet.
  • Zugleich stellten sich weniger Menschen die Frage, ob es sich bei einem von ihnen gekauften Produkt um ein Originalprodukt handelte oder nicht (Rückgang von 37 % im Jahr 2017 auf 33 % im Jahr 2020).
  • Der Anteil derer, die der Ansicht sind, dass der Erwerb von Fälschungen ihrem Ruf schaden könnte, ist von 12 % im Jahr 2017 auf 17 % im Jahr 2020 gestiegen.

Raubkopien:

  • Die Bereitschaft, für Inhalte zu bezahlen, ist seit der letzten Studie um 69 % gestiegen (von 25 % 2017 auf 42 % 2020).
  • Die Befragten prüfen vermehrt, ob die auf einer Website angebotenen Inhalte legal sind (Anstieg von 14 % 2017 auf 20 % 2020).

Über die Umfrage

Die Erhebung wurde zwischen dem 1. Juni und dem 6. Juli 2020 in den 27 EU-Mitgliedstaaten durchgeführt. Die Zielgruppe umfasste alle Einwohnerinnen und Einwohner ab 15 Jahren. Insgesamt wurden in den 27 Ländern 25 636 Gespräche geführt. In 24 der 27 untersuchten Länder wurden mindestens 1 000 Gespräche geführt. In Zypern, Luxemburg und Malta wurden mindestens 500 Teilnehmer befragt.

 
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