Geistiges Eigentum ist eine wichtige treibende Kraft für Innovation und Wachstum.

Innovation ist häufig mit Risiken verbunden, denn es ist kosten- und zeitaufwendig, Ideen in neue Produkte und Verfahren umzuwandeln, die einer Organisation bzw. einem Unternehmen Mehrwert verleihen. Genau hier spielt geistiges Eigentum eine bedeutende Rolle bei der Schaffung eines Gleichgewichts von Risiko und Nutzen.

Dabei ist es entscheidend, Unternehmen in der EU Tools und Fachwissen bereitzustellen, die es ihnen ermöglichen, ihre geistigen Vermögenswerte zu verstehen und den Nutzen aus ihren Investitionen in Innovation und Kreativität zu maximieren.

Ein Ziel des Strategieplans 2020 des EUIPO lautet: „Verbesserung des Zugangs zum System des geistigen Eigentums und dem damit verbundenen Kenntnissen“. Um Unterstützung beim Erreichen dieses Ziels zu leisten, führt die Europäische Beobachtungsstelle für Verletzungen von Rechten des geistigen Eigentums eine Reihe von Initiativen durch, die sich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und innovative Menschen richten.

KMU bilden das Rückgrat der EU-Wirtschaft: Sie machen 99 % aller Unternehmen in der EU aus. Seit 2011 haben KMU etwa 85 % aller neu entstandenen Arbeitsplätze geschaffen – auf sie entfallen zwei Drittel der gesamten Beschäftigung im privaten Sektor in der EU.

Studien zeigen jedoch, dass die Mehrzahl der KMU in Europa die ersten zwei bis drei Jahre nach der Gründung nicht übersteht. Die Probleme sind vielfältig: Schaffung eines soliden Kundenstamms, Sicherstellung eines reibungslos laufenden Vertriebs und kontinuierlichen Barmittelflusses, Berichterstattung gegenüber staatlichen Behörden usw. und natürlich der Schutz von Rechten des geistigen Eigentums.

KMU und Rechte des geistigen Eigentums – Grundlagenberichte:

Laut dem von der Beobachtungsstelle erstellten Bericht Die Rechte des geistigen Eigentums und Unternehmensleistung in Europa erzielen KMU, die Rechte des geistigen Eigentums besitzen, etwa 32 % höhere Einnahmen pro Mitarbeiter als Unternehmen, die nicht Inhaber solcher Rechte sind und ihren Mitarbeitern ebenfalls höhere Löhne zahlen.

Das von der Beobachtungsstelle ins Leben gerufene IP-SME-Barometer zeigt, dass nur 9 % der KMU in Europa Inhaber eingetragener Rechte des geistigen Eigentums (Patente, Marken und Geschmacksmuster) sind.

Als die drei Haupthindernisse für die Eintragung von Rechten des geistigen Eigentums bei KMU wurden Zeitmangel, Geldmangel und fehlendes Wissen identifiziert. Ziel der Beobachtungsstelle ist es, Tools und Dienstleistungen bereitzustellen, die diese Hindernisse abbauen bzw. beseitigen, damit KMU fundierte Entscheidungen über den Schutz ihrer Innovationen treffen können.