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Häufig gestellte Fragen zum Urheberrecht für Lehrkräfte

Die häufig gestellten Fragen (FAQ) zum Urheberrecht für Lehrkräfte helfen Lehrenden und Lernenden in der EU dabei, Informationen über die Nutzung urheberrechtlich geschützter Inhalte im Rahmen der allgemeinen und beruflichen Bildung, insbesondere online, zu finden. Lehrende und Lernende werden auch über die Möglichkeiten informiert, die ihnen der Urheberrechtsschutz als potenzielle Schöpfer von Werken im Rahmen der Bildungsarbeit bieten kann.

Diese Initiative folgt dem Beispiel der erfolgreichen Häufig gestellten Fragen (FAQ) zum Urheberrecht für Verbraucher, die Verbrauchern in der EU helfen sollen, sich darüber zu informieren, was bei der Nutzung urheberrechtlich geschützter Inhalte – wie Musik oder Filme – im Internet legal ist und was nicht.

15 Fragen von Lehrkräften zum Urheberrecht für alle EU-Mitgliedstaaten

Die häufig gestellten Fragen werden für alle EU-Mitgliedstaaten beantwortet. Die Antworten sind auf Englisch und/oder in mindestens einer der Amtssprachen der jeweiligen Mitgliedstaaten verfügbar.

Fragen von Lehrkräften zum Urheberrecht

Welche Materialien können Sie verwenden? Welche Inhalte können Sie an Ihre Schüler weitergeben? Oder im Unterricht verwenden? Wenn Sie in der Schule etwas erschaffen, können Sie Urheberrechtsschutz genießen?

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Urheberrecht im Bildungswesen: wichtigste Vorschriften, Ausnahmen und Organisationen, die in Ihrem Land Ihre Fragen beantworten können

1.a. Dürfen Lehrkräfte Fotokopien anfertigen oder Seiten aus Büchern oder Zeitungen für ihre Lernenden scannen?

1.b. Wenn ja, unter welchen Bedingungen dürfen die Lehrkräfte sie nutzen?

2.a. Unter welchen Bedingungen dürfen Lehrkräfte im Allgemeinen Filme im Unterricht oder in der Schule zeigen?

2.b. Ist es von Bedeutung, ob es sich bei dem Film um eine DVD handelt, die im persönlichen Besitz der Lehrkraft befindet, oder ob es sich bei dem Film um eine Aufzeichnung einer Fernsehsendung handelt?

3.a. Dürfen Lernende in der Klasse ein musikalisches Werk oder ein Theaterstück vorspielen?

3.b. Dürfen sie dies bei einem Schulkonzert tun, das einem breiteren Publikum (wie Eltern, anderen Lernenden und Lehrkräften) offen steht?

4.a. Darf Musik, die z. B. auf YouTube, Soundcloud oder Spotify kostenlos abrufbar ist, in der Klasse verwendet werden, u. a. für Hintergrundmusik?

4.b. Was geschieht, wenn die Musik über ein kostenpflichtiges Abonnement abgespielt wird?

5. Eine Lehrkraft möchte ein filmisches Werk (z. B. einen Film, Dokumentarfilm) online streamen, um es im Unterricht auf ihrem eigenen bezahlten Streaming-Konto oder einer anderen Video-on-Demand-Plattform (VoD) zu zeigen. Ist das rechtens?

6. Unter welchen Bedingungen dürfen Lehrkräfte oder Lernende urheberrechtlich geschütztes Material (z. B. Bilder, Artikel, Fotos) aus dem Internet zu Bildungszwecken z. B. in einer Aufgabe, Präsentation oder in einer digitalen Lernumgebung nutzen?

7. Wie und in welcher Form (z. B. Links, Anhang) dürfen Lehrkräfte digitale Kopien urheberrechtlich geschützter Bildungsmaterialien an ihre Lernenden weitergeben (z. B. über das Intranet der Schule, per E-Mail, Chatroom, Cloud-Dienst)?

8. Woher weiß ich, ob Lehrmaterial legal oder illegal im Internet angeboten wird?

9. Wie kann eine Lehrkraft bzw. eine Schülerin oder ein Schüler die Autoren und Rechteinhaber von Werken wie Fotos und Illustrationen, die er in einem pädagogischen Kontext verwenden möchte, ermitteln?

10.a. Verfügen Bildungseinrichtungen über Lizenzen, die es ihren Lehrkräften und Lernenden ermöglichen, urheberrechtlich geschütztes Material zu verwenden?

10.b. Wenn ja, für welche Bildungszwecke werden sie angeboten und wo können Lehrkräfte und Lernende Informationen über solche Lizenzvergaben finden?

11. Darf eine Lehrkraft ihren Unterricht aufzeichnen und die Aufzeichnung verwenden, um anderen Lernenden, die nicht zwangsläufig zur schulischen Einrichtung der Lehrkraft gehören, Fernunterricht anzubieten?

12. Darf eine Lehrkraft neue Bildungsinhalte erstellen, indem sie bereits bestehende Werke zitiert, sie anpasst/ändert oder Sammlungen für Bildungszwecke anfertigt?

13. Darf eine Lehrkraft einen kurzen Teil eines Buches übersetzen oder Texte vorhandener Lieder zur Verwendung in der Klasse übersetzen und anpassen?

14.a. Wenn eine Lehrkraft Unterrichtsmaterial erstellt (z. B. eine Publikation oder einen Handzettel zur Lehrveranstaltung), genießt dieses Material Urheberrechtsschutz?

14.b. Genießt die Lehrkraft in Bezug auf das im Beschäftigungsverhältnis geschaffene Material Urheberrechtsschutz, sodass sie dieses weiterverwenden und weitergeben kann?

15.a. Wenn eine Schülerin oder ein Schüler im Laufe der Arbeit ein künstlerisches Werk (z. B. Zeichnung, Text, Präsentation, Foto, Videoclip) schafft, ist es urheberrechtlich geschützt?

15.b. Wenn ja, genießt eine Schülerin oder ein Schüler Urheberrechtsschutz in Bezug auf dieses Werk und welche Bedeutung hat es? Kann beispielsweise eine Lehrkraft/eine Schule es im Intranet oder auf der Webseite der Schule freigeben?

 

Urheberrecht im Bildungswesen: wichtigste Vorschriften, Ausnahmen und Organisationen, die in Ihrem Land Ihre Fragen beantworten können

1) Lehrkräfte und Lernende als Urheber urheberrechtlich geschützter Werke:

a) Wo finden Sie in Ihrem Land allgemeine Informationen zum Urheberrecht?

Im Gesetz, abrufbar unter https://www.ris.bka.gv.at/

Rechtsgrundlage: Urheberrechtsgesetz (UrhG)

2) Lehrkräfte und Lernende als Nutzende urheberrechtlich geschützter Werke:

b) Welche Ausnahmen können in Ihrem Land für Lehrtätigkeiten gelten?

Es sind verschiedene Ausnahmen zu Gunsten des Unterrichts und der Lehre im Gesetz verankert, dies sind sogenannte “freie Werknutzungen”.

Rechtsgrundlage:

  • § 42 Abs 6 UrhG
  • § 42g UrhG
  • § 56c UrhG
  • § 59c UrhG

c) Welche Organisation wäre in Ihrem Land am besten in der Lage, Fragen zum Urheberrecht für Lehrkräfte und Lernende zu beantworten?

Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF), Bildungsdirektionen (BD)

 

1.a. Dürfen Lehrkräfte Fotokopien anfertigen oder Seiten aus Büchern oder Zeitungen für ihre Lernenden scannen?

Ja, für diesen Zweck gibt es eine freie Werknutzung. 

Rechtsgrundlage: § 42 Abs. 6 UrhG

 

1.b. Wenn ja, unter welchen Bedingungen dürfen die Lehrkräfte sie nutzen?

Voraussetzungen hierfür sind:

  • für Zwecke des Unterrichts
  • in gerechtfertigtem Umfang (Einzelfallprüfung)
  • in erforderlicher Anzahl
  • für eine bestimmten Klasse
  • sofern nicht auf Papier: nur für nicht kommerzielle Zwecke

Zum Ausmaß: Es dürfen keine ganzen Bücher/Werke vervielfältigt werden, sondern nur Auszüge in gerechtfertigtem Umfang (Einzelfallprüfung). Ausnahme hiervon bilden vergriffene Werke, diese dürfen ganze Werke vervielfältigt werden.

Die freie Werknutzung gilt für öffentliche sowie für private Bildungseinrichtungen, sofern keine Gewinnerzielungsabsicht vorliegt.

Die freie Werknutzung gilt jedoch nicht für Werke, die ihrer Beschaffenheit und Bezeichnung nach zum Schul- oder Unterrichtsgebrauch bestimmt sind.

Für die freie Werknutzung ist eine Vergütung an die Verwertungsgesellschaften zu leisten.

Rechtsgrundlage: § 42 Abs. 6 UrhG

 

2.a. Unter welchen Bedingungen dürfen Lehrkräfte im Allgemeinen Filme im Unterricht oder in der Schule zeigen?

Schulen und Universitäten dürfen für Zwecke des Unterrichts beziehungsweise der Lehre in dem dadurch gerechtfertigten Umfang Werke der Filmkunst und die damit verbundenen Werke der Tonkunst öffentlich aufführen. Es muss ein ausreichender Lehrstoffbezug zum jeweiligen Unterrichtsgegenstand gegeben sein.

Hierfür ist eine angemessene Vergütung an die Verwertungsgesellschaften zu leisten.

Die freie Werknutzung gilt nicht für Filmwerke, die ihrer Beschaffenheit und Bezeichnung nach zum Schul- oder Unterrichtsgebrauch bestimmt sind.

Rechtsgrundlage: § 56c UrhG

 

2.b. Ist es von Bedeutung, ob es sich bei dem Film um eine DVD handelt, die im persönlichen Besitz der Lehrkraft befindet, oder ob es sich bei dem Film um eine Aufzeichnung einer Fernsehsendung handelt?

Es ist nicht relevant von welchem Trägermaterial der Film (analog wie Filmkopie, Video oder digital wie DVD, Video-CD, Festplatte) vorgeführt wird, bzw. ob es sich um einen im Handel erhältlichen und ordnungsgemäß verlizenzierten Bildtonträger, einem Rundfunkmitschnitt (Fernsehsendung) handelt.

Es dürfen jedoch keine Filme aus dem Internet herunter geladen bzw. vervielfältigt werden, die sich dort illegal befinden.

Es ist nicht relevant, in wessen Eigentum sich der körperliche Träger befindet.

 

3.a. Dürfen Lernende in der Klasse ein musikalisches Werk oder ein Theaterstück vorspielen?

Werke der Tonkunst können gemäß § 53 Abs. 1 Z 3 UrhG in der Klasse oder vor einem erweiterten Publikum (Eltern etc.) unter den Voraussetzungen des § 53 UrhG aufgeführt werden. Wesentlich ist hier die Unentgeltlichkeit der Aufführung. Gemäß § 53 Abs 3 gilt diese Ausnahme nicht für bühnenmäßige Aufführungen einer Oper oder eines anderen mit einem Werke der Literatur verbundenen Werkes der Tonkunst noch für die Aufführung eines Werkes der Tonkunst in Verbindung mit einem Filmwerk oder einem anderen kinematographischen Erzeugnisse.

Für Theateraufführungen im Schulbereich gibt es keine eigene freie Werknutzung. Zu prüfen ist daher im Einzelfall ob es sich um ein gemeinfreies Werk handelt und ob eine Öffentlichkeit der Aufführung gegeben ist.

Reine Vorträge von Sprachwerken können gemäß § 50 UrhG der freien Werknutzung unterliegen.

Rechtsgrundlage: § 50 UrhG, § 53 UrhG, § 18 UrhG

 

3.b. Dürfen sie dies bei einem Schulkonzert tun, das einem breiteren Publikum (wie Eltern, anderen Lernenden und Lehrkräften) offen steht?

Siehe Ausführungen zu Q3A.

 

4.a. Darf Musik, die z. B. auf YouTube, Soundcloud oder Spotify kostenlos abrufbar ist, in der Klasse verwendet werden, u. a. für Hintergrundmusik?

Da die Zuhörer (die Schülerinnen und Schüler einer Klasse) weder ein Eintrittsgeld noch sonst ein Entgelt entrichten und die Aufführung keinerlei Erwerbszwecken dient, fällt dies unter die freie Werknutzung.

Rechtsgrundlage: § 53 Abs. 1 Z 3 UrhG

 

4.b. Was geschieht, wenn die Musik über ein kostenpflichtiges Abonnement abgespielt wird?

Zu beachten sind hier die Nutzungsbedingungen der verwendeten Plattform.

 

5. Eine Lehrkraft möchte ein filmisches Werk (z. B. einen Film, Dokumentarfilm) online streamen, um es im Unterricht auf ihrem eigenen bezahlten Streaming-Konto oder einer anderen Video-on-Demand-Plattform (VoD) zu zeigen. Ist das rechtens?

Siehe Ausführungen zu Frage 2. Grundsätzlich ist das Trägermaterial irrelevant, solange es legal erworben wurde. Jedoch sind hier die Nutzungsbedingungen der einzelnen Streamingdienste zu prüfen.

Für die klassische Filmaufführung kommt § 56c UrhG zur Anwendung. Werden Filme hingegen in interaktiven Schulintranetnutzungen vervielfältigt, so sind die Voraussetzungen des § 42g UrhG zu prüfen.

Rechtsgrundlage: § 56c UrhG, § 42g UrhG

 

6. Unter welchen Bedingungen dürfen Lehrkräfte oder Lernende urheberrechtlich geschütztes Material (z. B. Bilder, Artikel, Fotos) aus dem Internet zu Bildungszwecken z. B. in einer Aufgabe, Präsentation oder in einer digitalen Lernumgebung nutzen?

Siehe Ausführungen zu Frage 1, hier greifen freie Werknutzungen.

Rechtsgrundlage: § 42 Abs. 6 UrhG. § 42g UrhG

 

7. Wie und in welcher Form (z. B. Links, Anhang) dürfen Lehrkräfte digitale Kopien urheberrechtlich geschützter Bildungsmaterialien an ihre Lernenden weitergeben (z. B. über das Intranet der Schule, per E-Mail, Chatroom, Cloud-Dienst)?

Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung empfiehlt die Verwendung bestimmter Lernplattformen.

Betreffend Schulintranet und ortsgebundene Nutzungen im Unterricht wird darauf hingewiesen, dass diese europaweit einheitlich auf Grundlage des Art. 5 der Richtlinie 2019/790 harmonisiert ist.

Rechtsgrundlage: § 42 UrhG

 

8. Woher weiß ich, ob Lehrmaterial legal oder illegal im Internet angeboten wird?

Die Quelle muss im Einzelfall geprüft werden.

 

9. Wie kann eine Lehrkraft bzw. eine Schülerin oder ein Schüler die Autoren und Rechteinhaber von Werken wie Fotos und Illustrationen, die er in einem pädagogischen Kontext verwenden möchte, ermitteln?

Der Ursprung der verwendeten Werke muss legal sein.

Bei Zitaten ist eine Quellenangabe erforderlich.

Rechtsgrundlage:

  • § 42 Abs. 6 UrhG
  • § 42g UrhG
  • § 57 UrhG

 

10.a. Verfügen Bildungseinrichtungen über Lizenzen, die es ihren Lehrkräften und Lernenden ermöglichen, urheberrechtlich geschütztes Material zu verwenden?

Im Rahmen der Aktion "Unentgeltliche Schulbücher" können die Schulen das Printprodukt mit einem E-Book oder einem E-Book+ (digitales interaktives Schulbuch) - ausgenommen in der Volksschule - bestellen. Ab der Sekundarstufe I steht seit dem Schuljahr 2021/22 ein eigenes zweckgebundenes Digital-Limit zur Verfügung. Mit dem neuen Gütesiegel für Lern-Apps wird der fünfte Punkt des „8-Punkte-Plans für die Digitalisierung der österreichischen Schulen" realisiert. Das Gütesiegel Lern-Apps ist ein vom BMBWF vergebener Qualitätsnachweis für digitale mobile Lernanwendungen, die ein standardisiertes Evaluierungs- und Zertifizierungsverfahren durchlaufen haben. Zertifizierte Apps können als Unterrichtsmittel eigener Wahl angeschafft werden.

Unter Begleitung eines redaktionellen Teams von erfahrenen Lehrpersonen bietet die Eduthek eine Vielzahl an qualitätsvollen Content und Bildungsmedien (8.200 aktiv veröffentlichte Items, Stand 09/2021) verschiedenster Anbieter für den schulischen Einsatz. Diese Materialien werden mit den Deskriptoren (Kompetenzen) der Lehrpläne verknüpft und sind dadurch einfach und schnell auffindbar bzw. einsetzbar. Die Bildungsplattform edutube liefert mehr als 2000 journalistisch verlässlich recherchierte Kurzvideos in öffentlich-rechtlicher Qualität, die als Ergänzung und Unterstützung für den digitalen Unterricht geeignet sind. Die redaktionelle Betreuung und Qualitätssicherung erfolgt seitens der Arbeitsgruppe AV-Medien an der Universität Wien.

 

10.b. Wenn ja, für welche Bildungszwecke werden sie angeboten und wo können Lehrkräfte und Lernende Informationen über solche Lizenzvergaben finden?

Die vom BMBWF angebotenen Contentpools bzw. die Werke der Schulbuchaktion haben Nutzungslizenzen, im Rahmen der Eduthek und edutube können die Schulen das urheberrechtlich geschützte Material ohne weitere Kosten zur Unterrichtsgestaltung einsetzen. Die Schulbuchaktion besteht seit 1972 und ist hinlänglich eingeführt, das Angebot von edutube und der Eduthek ist auf der Homepage des BMBWF auffindbar. Die Nutzungsbedingungen sind auf den Angeboten auch dargelegt.

 

11. Darf eine Lehrkraft ihren Unterricht aufzeichnen und die Aufzeichnung verwenden, um anderen Lernenden, die nicht zwangsläufig zur schulischen Einrichtung der Lehrkraft gehören, Fernunterricht anzubieten?

Es kommt hier darauf an wer gefilmt wird und welche Inhalte. Wird nur die vortragende Person selbst gefilmt liegt es in ihrem Ermessen die Aufnahme für weitere Unterrichtsstunden an der Schule zu verwenden. Will sie die Aufnahme jedoch außerhalb der Schule, etwa für Nachhilfeunterricht, verwenden, so hat er die urheberrechtlichen Voraussetzungen (Vortragsrecht, Zitatrecht) zu beachten.

Die Schülerinnen und Schüler dürfen nicht ohne Zustimmung aufgezeichnet werden.

Rechtsgrundlage:

  • § 42f UrhG
  • § 50 UrhG
  • § 78 UrhG
  • DSGVO

 

12. Darf eine Lehrkraft neue Bildungsinhalte erstellen, indem sie bereits bestehende Werke zitiert, sie anpasst/ändert oder Sammlungen für Bildungszwecke anfertigt?

Hier werden mehrere rechtliche Fragestellungen berührt. Es kommt darauf an ob die Lehrperson nur eine Unterrichtsstunde vorbereitet (mit Handouts etc.) oder ob sie ein eigenes Werk wie etwa ein Schulbuch schaffen will. In jedem Fall muss sie die allgemeinen Bestimmungen zum Zitieren (§ 42f UrhG), zur Bearbeitung (§§ 5, 14 UrhG) bzw. zu Sammlungen (§ 45 UrhG) beachten. Die freie Werknutzung gemäß § 42 Abs. 6 UrhG privilegiert nur die Vervielfältigung für Unterrichtszwecke für eine bestimmte Klasse.

Rechtsgrundlage:

  • § 42f UrhG
  • § 5 UrhG, § 14 Abs. 2 UrhG
  • § 45 UrhG
  • § 42 Abs. 6 UrhG
  • § 51 Abs. 1
  • § 59c
  • § 54 Abs. 1 Z 3

 

13. Darf eine Lehrkraft einen kurzen Teil eines Buches übersetzen oder Texte vorhandener Lieder zur Verwendung in der Klasse übersetzen und anpassen?

Es kommt hier auf die Verwertungshandlung an. Eine Bearbeitung die lediglich im Klassenverband verteilt wird, unterliegt der freien Werknutzung des § 42 Abs. 6 UrhG. Auch im Zuge des Zitatrechts können Übersetzungen / Bearbeitungen erlaubt sein.

Rechtsgrundlage: § 42 Abs. 6 UrhG, § 42f UrhG

 

14.a. Wenn eine Lehrkraft Unterrichtsmaterial erstellt (z. B. eine Publikation oder einen Handzettel zur Lehrveranstaltung), genießt dieses Material Urheberrechtsschutz?

Ja, sofern das von Lehrpersonen geschaffene Material Werkcharakter vorweist genießt es urheberrechtlichen Schutz.

 

14.b. Genießt die Lehrkraft in Bezug auf das im Beschäftigungsverhältnis geschaffene Material Urheberrechtsschutz, sodass sie dieses weiterverwenden und weitergeben kann?

Urheber ist die Lehrperson, selbst wenn sie das Werk in Ausübung ihrer Dienstpflicht geschaffen hat. Jedoch kann aufgrund konkludenter Rechteeinräumung im Arbeitsverhältnis auch der Dienstgeber Verwertungsrechte an dem Werk erworben haben. Dies ist im Einzelfall zu beurteilen.

 

15.a. Wenn eine Schülerin oder ein Schüler im Laufe der Arbeit ein künstlerisches Werk (z. B. Zeichnung, Text, Präsentation, Foto, Videoclip) schafft, ist es urheberrechtlich geschützt?

Schülerinnen und Schüler als Urheber der von ihnen geschaffenen Werke genießen unter den allgemeinen Voraussetzungen urheberrechtlichen Schutz.

 

15.b. Wenn ja, genießt eine Schülerin oder ein Schüler Urheberrechtsschutz in Bezug auf dieses Werk und welche Bedeutung hat es? Kann beispielsweise eine Lehrkraft/eine Schule es im Intranet oder auf der Webseite der Schule freigeben?

Für Verwertungshandlungen wie etwa Vervielfältigungen muss die Einwilligung des Schülers eingeholt werden.

 

 

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Haftungsausschluss

Die Antworten auf die häufig gestellten Fragen (FAQ) wurden an dem als Statusdatum der Website angegebenen Datum fertiggestellt. Die Erhebung von aktuellen Informationen aus 27 Mitgliedstaaten ist eine aufwendige Aufgabe. Das EUIPO bemüht sich darum, die Informationen auf neuestem Stand zu halten; jedoch können neue Gerichtsurteile und Rechtsänderungen Auswirkungen auf den Inhalt der Fragen und Antworten haben. Dies bedeutet beispielsweise, dass die folgenden Antworten, die sich auf die derzeit in den Mitgliedstaaten geltenden Rechtsvorschriften stützen, möglicherweise neue Rechtsvorschriften zur Umsetzung der Richtlinie über das Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt (2019/790) (Urheberrechtsrichtlinie) nicht berücksichtigen. Weder das EUIPO noch eine im Namen des EUIPO handelnde Person haftet für die mögliche Verwendung der FAQ.

 

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