Zur Startseite gehen
EUIPO
Schützen Sie Ihre Marken und Geschmacksmuster in der Europäischen Union

Schützen Sie Ihr geistiges Eigentum in der Europäischen Union.

Menu

Nachrichten

Mai 24, 2016 Über das EUIPO

170 Mio. EUR Verluste pro Jahr durch Musikpiraterie


Einem neuen Bericht des Amtes der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) zufolge entstand 2014 in der EU aufgrund von Musikpiraterie ein Schaden in Höhe von 170 Mio. EUR (5,2 % aller Musikverkäufe).

Insgesamt belief sich der Umsatzverlust bei den physischen Formaten (z. B. CDs) auf 57 Mio. EUR und bei den digitalen Formaten auf 113 Mio. EUR.

Dies entsprach 2,9 % aller Musikverkäufe von physischen Formaten bzw. 8,8 % aller Verkäufe von digitalen Formaten.

Die Studie, die das EUIPO über die Europäische Beobachtungsstelle für Verletzungen von Rechten des geistigen Eigentums herausgegeben hat, untersucht die Direktverkäufe der Tonträgerindustrie von Musikprodukten an einheimische Einzelhändler bzw. Zwischenhändler. Verkäufe durch Musikvertriebe (wie Online-Plattformen) oder Einzelhändler sind hier ausgenommen.

António Campinos, Exekutivdirektor des EUIPO, erklärte dazu:
Die Frage, ob Produktpiraterie zu einer Steigerung oder einem Rückgang des Umsatzes im Tonträgergeschäft führt, war Gegenstand zahlreicher Studien, deren Ergebnisse widersprüchlich waren. Die Ergebnisse unserer Studie stimmen mit dem vorherrschenden Konsens überein und ergaben, dass Produktpiraterie zu einem Rückgang der Einnahmen der legalen Industrie geführt hat, sowohl bei den digitalen als auch bei den physischen Formaten.

Die Studie stützt sich auf Daten der Internationalen Vereinigung der Hersteller von Phonogrammen und Videogrammen (IFPI), die Plattenfirmen und Musiklizenzierungsunternehmen weltweit repräsentiert. Sie analysiert Umsatzdaten aus den 19 EU-Mitgliedstaaten, in denen 2014 insgesamt 99 % aller entsprechenden EU-Verkäufe getätigt wurden.

Deutschland
Im Jahr 2014 wurden auf dem deutschen Tonträgermarkt, dem mit Abstand größten in der EU, Umsätze in Höhe von 1,3 Mrd. EUR erzielt. 75 % der Verkäufe entfielen auf Musik in physischen Formaten (z. B. CDs). Im selben Jahr büßte die deutsche Tonträgerindustrie durch Produktpiraterie 40 Mio. EUR an Umsatz ein, jeweils zur Hälfte bei physischen bzw. bei digitalen Formaten.

Vereinigtes Königreich
Im Vereinigten Königreich erfolgten 52 % aller Musikverkäufe im Jahr 2014 in digitalen Formaten; insgesamt wurden mit Musikverkäufen 1,1 Mrd. EUR umgesetzt. 2014 verzeichnete das Vereinigte Königreich einen produktpirateriebedingten Umsatzrückgang in Höhe von 49 Mio. EUR: Beim Verkauf physischer Formate wurden 25 % und beim Verkauf digitaler Formate 75 % eingebüßt.

Zusammengenommen macht der Verkauf physischer und digitaler Tonträger in Deutschland und im Vereinigten Königreich mehr als die Hälfte des Gesamtverkaufs in der EU aus.

Frankreich
In Frankreich lagen die Musikverkäufe 2014 bei insgesamt 700 Mio. EUR. Davon entfielen zwei Drittel auf physische und ein Drittel auf digitale Formate. 2014 verzeichnete die französische Tonträgerindustrie einen produktpirateriebedingten Umsatzrückgang in Höhe von 26,4 Mio. EUR: Der Umsatzverlust bei den digitalen Formaten belief sich auf 16 Mio. EUR und bei den physischen Formaten auf 10 Mio. EUR.

Schweden
In Schweden lagen die Musikverkäufe 2014 bei insgesamt 167 Mio. EUR – überwiegend in Form digitaler Formate. Durch Produktpiraterie wurden 9,1 Mio. EUR an Umsatz eingebüßt. Dies entsprach 7,4 % aller Musikverkäufe – bei den relativen Auswirkungen liegt Schweden somit in der EU auf Platz 3. Der Umsatzverlust in Schweden erstreckte sich nahezu ausschließlich auf digitale Formate und wird auf 8,9 Mio. EUR geschätzt.

Spanien
Die Musikverkäufe in Spanien hatten 2014 einen Wert von 150 Mio. EUR; dabei wurden 58 % des Umsatzes mit physischen Tonträgern erzielt. Durch Produktpiraterie büßte die spanische Tonträgerindustrie im selben Jahr 9,1 Mio. EUR an Umsatz ein: 2,6 Mio. EUR bei den physischen Formaten und 6,4 Mio. EUR bei den digitalen. Spanien leidet am stärksten unter den relativen Auswirkungen der Produktpiraterie in der EU: Die Einnahmeverluste der Tonträgerindustrie entsprachen hier 8,2 %.

Italien
Im Jahr 2014 wurde auf dem italienischen Tonträgermarkt ein Umsatz in Höhe von 200 Mio. EUR erzielt, davon 39 % mit digitalen Formaten. Im selben Jahr büßte die Tonträgerindustrie in Italien 7,8 Mio. EUR durch Produktpiraterie ein: 3 Mio. EUR beim Verkauf physischer und 4,7 Mio. EUR beim Verkauf digitaler Tonträger.

Sie finden den vollständigen Bericht auf der Website der Beobachtungsstelle.


 
Um technische Funktionen zur Verbesserung Ihrer Nutzererfahrung zu unterstützen, verwenden wir auf unserer Website Cookies. Darüber hinaus nutzen wir Webanalyse-Dienste. Weitere Informationen finden Sie hier