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Preisträger in der Kategorie „Auszeichnung für das Lebenswerk“

Hartmut Esslinger

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Die frühen Jahre

Der 1944 im baden-württembergischen Dorf Beuren im Schwarzwald geborene Hartmut Esslinger war während seiner gesamten beruflichen Laufbahn ein Erneuerer im Bereich Industriedesign.

Im Anschluss an seinen Militärdienst absolvierte Esslinger ein Studium an der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd, das er 1970 abschloss. Bereits ein Jahr zuvor hatte er sein eigenes Designunternehmen gegründet. Dies war der Beginn einer Reise, die sich über mehrere Jahrzehnte hinziehen sollte.

Esslinger machte sich durch seine Arbeit für wichtige Kunden wie das deutsche Elektronikunternehmen Wega schnell einen Namen. Für Wega kreierte er unter anderem das Hi-Fi-Kompaktsystem 3000 und die Anlage Concept 51k.

Wega wurde schließlich vom japanischen Elektronikkonzern Sony übernommen, wo Esslinger seine innovativen Designideen fortsetzte. Seine Firma entwickelte mehr als 100 Produkte für das Unternehmen, darunter das schwarze TV-Gerät Sony Trinitron, das erstmal einen Rahmen ohne Holz aufwies, und den Sony Walkman.

Apple und „Snow White“

Im Jahr 1982 schloss Esslinger mit seiner Firma frog design einen Exklusivvertrag mit Apple Computers ab, um eine Designstrategie für Apple zu entwickeln. Esslinger hatte von Beginn an direkt mit Steve Jobs zu tun, mit dem er sich auf Anhieb gut verstand.

Er erinnert sich: „Als ich nach seinen übergeordneten Zielen fragte, lächelte er nur und meinte: ‚Zuerst möchte ich eine Million Macs verkaufen. Und danach möchte ich Apple zum weltweit größten Unternehmen machen.‘ Aus irgendeinem unerfindlichen Grund hielten wir diese Ziele beide für absolut realistisch.“

Esslinger entwarf daraufhin eine Formensprache für Apple, die das Unternehmen von seinen Mitbewerbern abhob. Die unter dem Codenamen „Snow White“ fabrizierten Prototypen waren in dem berühmt gewordenen Cremeweiß gehalten, das für Apple-Produkte in den Anfangsjahren typisch war. Sie trugen das dreidimensionale Apple-Logo, das aus Präzisionsgründen diamantgeschliffen war. Sämtliche Produkte wiesen schmale, klar definierte Linien auf, wobei horizontale und vertikale Gehäusestreifen die Bauteile kleiner und weniger voluminös erscheinen ließen. Es war eine Designrevolution.

Das Konzept „Snow White“, das mit dem Apple IIc eingeführt wurde, erwies sich sowohl bei Kunden als auch bei Kritikern umgehend als Erfolg. Das Design wurde vom Time Magazine als „Design of the Year“ ausgezeichnet und in die ständige Sammlung des Whitney Museum of Art aufgenommen.

Für Esslinger war es ein Triumph. „Das Projekt war auch für mich ein einschneidender Moment,“ sagte er Jahre später, „da es mir die Möglichkeit gab, all das umzusetzen, was ich durch meine Arbeit mit einigen der brillantesten Vordenkern in Unternehmen in ganz Europa und Japan bis dahin über Industriedesign gelernt hatte.“

Weiterentwicklung von frog design

Als Steve Jobs Apple Mitte der 80er Jahre den Rücken kehrte, tat sich Esslinger mit ihm zusammen, um das Design des Next Cube zu entwickeln. Gleichzeitig baute er sein Unternehmen frog design aus, das er gemeinsam mit seiner Frau Patricia Roller führte, indem er eine Reihe neuer Kunden und hochkarätiger Projekte hinzugewann.

Die Firma eilte von Erfolg zu Erfolg. Sie widmete sich zunehmend komplexeren Projekten an der Schnittstelle von Design und Technik. Esslinger war mit frog design für die Umgestaltung des Lufthansa-Terminals am Frankfurter Flughafen verantwortlich und gab der grafischen Benutzeroberfläche von SAP, der weltweit erfolgreichsten Unternehmenssoftware, ein neues Gesicht.

Verträge mit Disney, Microsoft, Karstadt und weiteren Großkunden zementierten den Ruf des Unternehmens als eins der führenden Studios für Industriedesign auf globaler Ebene. Der Mann, der in Silicon Valley schlicht als „that German guy“ bekannt gewesen war, hatte nun sowohl innerhalb als auch außerhalb der Design-Gemeinde internationale Statur. Auch in der Öffentlichkeit gewann er zunehmend an Profil. Im Jahr 1990 erschien ein Bild Esslingers auf der Titelseite des US-Magazins „Business Week“ unter der Überschrift „Rebel With A Cause“.

Im Jahr 2005 – frog design war mittlerweile fest als einflussreicher Akteur in der Branche etabliert – veräußerten Esslinger und seine Frau die Mehrheitsanteile an ihrem Unternehmen an Flextronics und verdoppelten so innerhalb von zwei Jahren den Umsatz. 2007 erwarben KKR und Sequoia Capital zusätzliche Firmenanteile an frog design, das dann im Jahr 2017 vollständig in den Besitz von Altran überging. Außerhalb von frog design engagierte sich Esslinger auch im Bildungsbereich. 1989 trat er als Mitbegründer der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe in Erscheinung. Von 2005 bis 2011 lehrte er als Professor für Industrial Design an der Universität für angewandte Kunst in Wien, bevor es ihn nach China zog, wo er an der De Tao Masters Academy und am Shanghai Institute of Visual Arts der Fudan-Universität Shanghai die Meisterklasse für strategisches Design einrichtete.

Zudem betätigte er sich schriftstellerisch als Autor mehrerer Bücher, die sich aus persönlicher und beruflicher Perspektive mit dem Thema Design auseinandersetzen.

Form follows emotion

Esslinger entwickelte das Motto „form follows emotion“ als Leitprinzip für seine Arbeit in direktem Gegensatz zu dem Leitsatz „form follows function“, der das moderne Design beherrschte. Dieses Credo hat ihm neben seiner Überzeugung, dass Design in jedem Unternehmen eine wichtige strategische Rolle spielen sollte, eine einflussreiche Stellung im modernen Industriedesign beschert.

Esslinger zählt auch nach fünfzig Berufsjahren weiter zu den weltweit einflussreichsten Industriedesignern und als Richtgröße in seinem Metier.

 
 

BILDERGALERIE

Alle Bilder © Hartmut Esslinger & frog design

Info-Icon Die Bilder auf dieser Seite wurden von den Finalisten ausschließlich zu Kommunikationszwecken zur Verfügung gestellt. Sie dienen nicht dazu, die Anforderungen an die grafische Wiedergabe eingetragener Gemeinschaftsgeschmacksmuster widerzuspiegeln. Die Anforderungen an die grafische Wiedergabe zum Zweck der Eintragung von Gemeinschaftsgeschmacksmustern sind den Richtlinien des EUIPO für Geschmacksmuster zu entnehmen.

Letzte Seite aktualisiert 17-02-2020
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